Molekularer Wasserstoff kann auf verschiedenen Wegen in den Körper gelangen — und jede Methode hat ihre eigenen Stärken. In der klinischen Forschung haben sich vier Verabreichungsformen etabliert: Inhalation, Trinken von Wasserstoffwasser, Wasserstoffbäder und Infusion. Daneben gibt es weitere Anwendungsformen wie Cremes und Augentropfen mit gelöstem Wasserstoff, die hier nicht näher behandelt werden
Einen allgemein anerkannten Dosierungsstandard gibt es bisher nicht. Die International Hydrogen Standards Association (IHSA) empfiehlt als Mindestmenge 0,5 mg Wasserstoff pro Tag — eine Schwelle, ab der in Humanstudien erstmals messbare Effekte auftraten. Da Wasser bei Normaldruck maximal 1,6 mg H2 pro Liter lösen kann, ergibt sich bei einem typischen Studienprotokoll von 0,5–1,5 Litern pro Tag eine Tagesdosis von etwa 1–2,5 mg über den Trinkweg. Geräte, die mit Überdruck arbeiten — sogenannte Wasserstoff-Booster — können Konzentrationen von 5–8 ppm (entspricht 5–8 mg/l) erreichen. Die Inhalation liefert noch deutlich höhere Mengen — zwar wird ein großer Teil davon wieder ausgeatmet, aber rein rechnerisch werden bereits bei einer Stunde mit 200 ml reinem Wasserstoff pro Minute über 1.000 mg H2 zugeführt.
Welche Methode am besten passt, hängt auch vom Zielort ab: Inhalation erreicht über die Lunge direkt Gehirn und Atemwege, Trinken wirkt bevorzugt auf Magen und Darm, Bäder auf die Haut, und Infusion liefert sofort hohe Konzentrationen im Blut. In der Praxis wirkt jede Methode auch über ihren primären Zielort hinaus — so wurden Trinkstudien erfolgreich bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt, und Inhalationsstudien bei Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Beschwerden. Die verschiedenen Methoden lassen sich auch kombinieren.
Inhalation
Die Inhalation, bei der Wasserstoff als Gas meist über eine Nasenkanüle oder auch Maske eingeatmet wird, ist der in der klinischen Forschung am häufigsten untersuchte Verabreichungsweg.
Dosierung
Im therapeutischen Bereich wird Wasserstoff üblicherweise durch Elektrolysegeräte gewonnen — dabei wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. In manchen Studien wird der Wasserstoff vom Sauerstoff getrennt als reines Gas eingeatmet — so etwa in der HYBRID II-Studie bei Herzstillstand. Andere Studien nutzen das H2/O2-Gemisch aus 67 % H2 und 33 % O2 direkt — so auch die große COPD-Studie mit 108 Patienten. Therapeutisch macht es nach aktuellem Kenntnisstand keinen Unterschied, ob reines Wasserstoffgas oder das H2/O2-Gemisch eingeatmet wird.
Da eine offene Nasenkanüle den Wasserstoff mit der normalen Atemluft mischt, hängt die tatsächliche H2-Konzentration von der Flussrate ab. Ein Erwachsener atmet in Ruhe etwa 6 Liter pro Minute. Bei 200 ml reinem Wasserstoff pro Minute beträgt die H2-Konzentration in der Atemluft etwa 3,3 %, bei 600 ml etwa 10 %, bei 2.000 ml etwa 33 %. Klinische Studien arbeiteten bisher mit Konzentrationen von etwa 1 bis 67 %. Üblich sind Sitzungen von 30–60 Minuten, viele Anwender inhalieren auch länger.
Dennoch wird durch die Inhalation insgesamt mehr Wasserstoff aufgenommen, da der Blutspiegel für die gesamte Dauer erhöht bleibt — im Gegensatz zum Trinken, wo er nur kurz ansteigt und schnell wieder absinkt: Die H2-Konzentration im Blut steigt innerhalb von etwa 20 Minuten auf ein Plateau und bleibt dort, solange die Inhalation andauert. Nach dem Ende fällt der arterielle H2-Spiegel auf unter 10 % innerhalb von 6 Minuten. Im venösen Blut bleibt H2 noch etwa 18 Minuten messbar.
Vorteile der Inhalation
- Höchste Gesamtdosis: Mit keiner anderen Methode kann dem Körper so viel Wasserstoff zugeführt werden.
- Direkte Organerreichung: Über die Lunge gelangt H2 leicht ins arterielle Blut und erreicht das Gehirn schneller und in höherer Konzentration als über den Magen-Darm-Trakt — besonders relevant bei neurologischen Fragestellungen.
- Flexible Dauer: Von einer kurzen 20-minütigen Sitzung bis hin zur mehrstündigen Anwendung — in einer Sicherheitsstudie inhalierten gesunde Erwachsene bis zu 72 Stunden kontinuierlich ohne Nebenwirkungen.
- Gut untersucht: Die Mehrzahl der großen klinischen Studien nutzte die Inhalation als Verabreichungsweg.
Sicherheit
Reiner Wasserstoff ist nicht toxisch — in der Tiefseetauchforschung wurden Gasgemische mit bis zu 97 % Wasserstoff über längere Zeit sicher eingeatmet. Reiner Wasserstoff ist auch nicht brennbar — erst in Verbindung mit Sauerstoff und einer externen Zündquelle wird ein Gemisch entzündlich. Das gefürchtete „Knallgas“ entspricht einem Verhältnis von 2:1 (H2 zu O2) — also genau dem Gemisch, das Elektrolysegeräte erzeugen. Ohne äußere Zündquelle kann jedoch nichts passieren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, inhaliert reinen Wasserstoff über den getrennten Ausgang. Ausführlichere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Sicherheit von Wasserstoff.
Wasserstoffwasser (Trinken)
Trinkwasser mit gelöstem molekularem Wasserstoff ist die einfachste und am weitesten verbreitete Methode im Alltag. In klinischen Studien ist es nach der Inhalation der am zweithäufigsten untersuchte Verabreichungsweg.
Dosierung
In Studien trinken die Teilnehmer typischerweise 0,5–1,5 Liter H2-Wasser pro Tag über mehrere Wochen — die meisten bei Konzentrationen von bis zu 1,6 mg/l . So erhielten etwa die Teilnehmer einer Diabetes-Studie über 8 Wochen 900 ml pro Tag — mit signifikanten Verbesserungen bei Glukosetoleranz und oxidativem Stress im Blut. In einer Endothel-Studie reichten bereits 500 ml pro Tag bei einer höheren Konzentration von 7 mg/l (mittels Überdruck), um die Gefäßfunktion messbar zu verbessern.
Die Aufnahme erfolgt schnell: Nach dem Trinken steigt der H2-Gehalt in der Atemluft innerhalb von 10–15 Minuten auf den Höchstwert und fällt danach rasch wieder ab. Im Gegensatz zur Inhalation, die einen anhaltenden Spiegel erzeugt, wirkt das Trinken als kurzer, konzentrierter Impuls. Der Wasserstoff gelangt dabei über den Magen-Darm-Trakt zunächst in die Pfortader und passiert die Leber, bevor er den restlichen Körper erreicht — was erklärt, warum Trinkstudien besonders gute Ergebnisse bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen zeigen.
Wasserstoff-Booster bei der Elektrolyse: Die PEM-Zelle (Mitte) spaltet Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff — das O₂ wird nach unten abgeleitet. Die feinen H₂-Blasen steigen im Druckbehälter auf und lösen sich unter bis zu 5 bar (8 ppm) im Wasser — ein Vielfaches des Normaldrucks. Foto: Aquacentrum · H2 Turbo bei uns im Shop
Geräte und Methoden
Zur Herstellung von Wasserstoffwasser gibt es verschiedene Methoden — sie unterscheiden sich vor allem in der erreichbaren Konzentration:
- Ionisierer erzeugen H2-Wasser bei normalem Atmosphärendruck (1 bar). Die maximale Löslichkeit liegt hier bei 1,6 mg/l.
- Wasserstoff-Booster arbeiten zusätzlich mit Überdruck bis 5 bar und erreichen dabei Konzentrationen bis zu 8 mg/l.
- H2-Tabletten auf Magnesiumbasis reagieren mit Wasser und können auch Konzentrationen über 1,6 mg/l erreichen.
- Fertige H2-Dosen enthalten Wasserstoffwasser unter hohem Druck in gasdichten Verpackungen — üblicherweise ebenfalls über 1,6 mg/l.
Vorteile
- Einfachste Anwendung: Wasserstoffwasser lässt sich problemlos in den Alltag integrieren — und mit einem Booster auch unterwegs.
- Direkter Kontakt mit dem Verdauungstrakt: H2 erreicht Magen, Darm und Leber auf dem kürzesten Weg — besonders relevant bei Sodbrennen, Fettleber oder entzündlichen Darmerkrankungen.
- Gut erforscht für Stoffwechselerkrankungen: Trinkstudien zeigen positive Ergebnisse bei Diabetes, metabolischem Syndrom und oxidativem Stress im Blut.
- Sicherheit: Es ist Trinkwasser mit gelöstem Gas — keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig.
Wasserstoffbäder
Bei Wasserstoffbädern wird H2-reiches Wasser besonders über die Haut aufgenommen. Die Forschung untersuchte bisher nur die Effekte an der Haut — wie Psoriasis, Akne und UV-Schäden. Da eine Studie gezeigt hat, dass Wasserstoff aus dem Blut auch durch die Haut nach außen tritt, ist der umgekehrte Weg — von außen ins Blut und tiefere Gewebe — gut denkbar, bisher aber noch wenig untersucht.
Anwendung und Dosierung
Das Badewasser wird mit gelöstem Wasserstoff angereichert — über ein Inhalationsgerät, H2-Tabletten oder ein spezielles Elektrolysegerät für die Badewanne. In der bislang größten Studie — einer kontrollierten Untersuchung an 81 Psoriasis-Patienten — badeten die Teilnehmer 2-mal pro Woche für 10–15 Minuten bei einer Konzentration von 1,0 mg/l und einer Wassertemperatur von 38–42 °C. Nach 8 Wochen erreichten 56 % der Behandelten eine mindestens 50 %ige Verbesserung ihrer Krankheitsschwere — gegenüber nur 18 % in der Kontrollgruppe. 24 % erreichten sogar eine 75 %ige Verbesserung (Kontrollgruppe: 3 %). Da warmes Wasser weniger Gas löst als kaltes, liegt das theoretische Maximum bei Badetemperatur unter den 1,6 mg/l, die bei Raumtemperatur gelten — die Studienkonzentration von 1,0 mg/l ist also nah am Machbaren.
Vorteile
- Gezielt für die Haut: Chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis und Akne können für Betroffene oft eine langwierige Belastung sein — Wasserstoff zeigt hier gute Ergebnisse, und das ohne Nebenwirkungen. Mehr dazu auf unserer Seite zu Wasserstoff für Haut und Anti-Aging.
- Praktisch und wohltuend: Ein warmes Bad gehört für viele zur Routine — mit einem Inhalationsgerät lässt es sich einfach aufwerten. Das Gas wird am besten über einen feinen Diffusor ins Wasser geleitet, funktioniert aber auch über die Atemmaske — in beiden Fällen erzeugen die aufsteigenden Bläschen einen angenehmen Whirlpool-Effekt. Da sich nur ein Teil des Gases im Wasser löst, gelangt der Rest in die Raumluft und wird auch eingeatmet. Man hat dadurch Bad und Inhalation in einem. Nach üblicherweise 20–60 Minuten hat sich das Badewasser merklich mit H2 angereichert. Alternativ eignen sich auch H2-Tabletten, die bei einem Vollbad allerdings in größerer Menge benötigt werden.
- Sicherheit: Es ist Badewasser mit gelöstem Gas — die brennbare Grenze von 4 % Wasserstoff wird in der Raumluft selbst bei hohem Volumenstrom kaum erreicht. Weiterlesen unter Sicherheit von Wasserstoff.
Infusion
Bei der Infusion wird wasserstoffangereicherte Kochsalzlösung intravenös verabreicht — eine Methode, die ausschließlich im klinischen Umfeld eingesetzt wird. In einer doppelblinden RCT erhielten 24 Patienten mit rheumatoider Arthritis über 5 Tage täglich eine Tropfinfusion von 500 ml Kochsalzlösung mit 0,5 mg gelöstem Wasserstoff (1 ppm). Nach 4 Wochen hatte sich die Krankheitsaktivität in der Wasserstoffgruppe signifikant verbessert — bei gleichzeitigem Rückgang der Entzündungsmarker. Mehr dazu auf unserer Seite zu Wasserstoff für Gelenke und Rheuma.
Bei schwerer Subarachnoidalblutung setzte eine RCT mit 37 Patienten die intravenöse H2-Gabe über 14 Tage ein: Nach einem Jahr waren 75 % der H2-Patienten selbstständig im Alltag — gegenüber nur 23 % in der Kontrollgruppe. Ausführlich erklärt unter Wasserstoff für Gehirn und Nervensystem.
Vorteile und Grenzen
- Sofort hohe Blutspiegel: Der Wasserstoff gelangt direkt ins Blut — ohne Umweg über Lunge oder Magen-Darm-Trakt.
- Klinisch kontrolliert: Die Methode eignet sich für exakte Dosierung unter ärztlicher Aufsicht.
- Begrenzte Verfügbarkeit: Anders als Inhalation, Trinken oder Baden ist die Infusion keine Methode für den Alltag — sie erfordert medizinisches Personal und sterile Kochsalzlösung.





