Molekularer Wasserstoff wurde bisher nicht als alleinige Krebsbehandlung untersucht. Die Forschung konzentriert sich ausschließlich auf den Einsatz als begleitende Maßnahme — zur Linderung von Nebenwirkungen und zur Unterstützung des persönlichen Wohlbefindens.
Chemotherapie und Bestrahlung erzeugen hohe Mengen freier Radikale. Diese Radikalflut trifft nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesundes Gewebe — und verursacht die bekannten Nebenwirkungen: Erschöpfung, Übelkeit, Schleimhautschäden und eine eingeschränkte Lebensqualität.
Hier zeigt sich eine besondere Eigenschaft von H2: Als selektives Antioxidans neutralisiert es bevorzugt das Hydroxylradikal — das aggressivste aller Radikale — während es andere biologisch wichtige Oxidantien unangetastet lässt. Die bisherigen klinischen Studien konzentrieren sich auf den Schutz des gesunden Gewebes, die Linderung von Nebenwirkungen und den Erhalt der Lebensqualität:
Ergebnisse aus Humanstudien
Die bislang größte Studie untersuchte den Leberschutz während einer Chemotherapie: In einer randomisierten, einfachblinden Studie tranken 144 Patienten mit Darmkrebs täglich 1.000 ml wasserstoffreiches Wasser in vier Dosen während ihrer Chemotherapie. Die Leberfunktionswerte blieben in der H2-Gruppe stabiler, während sie in der Kontrollgruppe signifikant anstiegen (s. Grafik rechts). (Yang, 2017)
In einer weiteren Studie tranken 49 Patienten, die wegen Lebertumoren bestrahlt wurden, über 6 Wochen täglich wasserstoffreiches Wasser. Die Lebensqualität verbesserte sich deutlich, der Appetit blieb besser erhalten, Geschmacksstörungen traten seltener auf, und die strahlenbedingte oxidative Belastung im Blut sank (s. rechte untere Grafiken). Auch die Tumorantwort auf die Bestrahlung war in beiden Gruppen identisch (48 % vs. 50 %) — der Wasserstoff beeinträchtigte die Krebstherapie nicht. (Kang, 2011)
Dass die H2-Inhalation auch die Nebenwirkungen der Bestrahlung im Bauchraum lindern kann, zeigte eine prospektive randomisierte Studie: 58 Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs inhalierten während ihrer kombinierten Strahlen-Chemotherapie ein H2/O2-Gasgemisch (67 % H2, 33 % O2). Die strahlenbedingte Darmentzündung und die Entzündungsmarker im Blut waren nachweislich reduziert (s. untere Grafik) — auch hier ohne Beeinträchtigung der Tumorbehandlung. (Liu, 2025)
Auch bei Hirntumor-Operationen kann H2 schützend wirken, wie eine RCT mit 75 Patienten zeigte: Die H2-Gruppe inhalierte von der Aufnahme bis zur Entlassung täglich über 2 Stunden ein H2/O2-Gemisch. Das Hirnödem nach der OP war bei Entlassung mit 11,5 cm³ gegenüber 21,4 cm³ in der Kontrollgruppe deutlich geringer. Auch die Schlafqualität sowie die Schmerzwerte verbesserten sich. Die Entzündungsmarker im Blut waren tendenziell niedriger, der Unterschied erreichte jedoch keine statistische Signifikanz. (Wu, 2024)
Einen anderen Aspekt untersuchte eine Studie mit 55 Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs (Stadium IV): Die Patienten inhalierten begleitend zur Chemotherapie über mindestens 3 Monate täglich 3 Stunden Wasserstoffgas zu Hause. In der H2-Gruppe nahmen die erschöpften CD8⁺-T-Zellen ab, während die aktiven T-Zellen zunahmen. Und sowohl das progressionsfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben verbesserten sich. (Akagi & Baba, 2019)
Eine Beobachtungsstudie untersuchte gezielt den Schutz der Blutwerte während der Bestrahlung: 23 Krebspatienten inhalierten über 1 bis 4 Wochen nach jeder Bestrahlungssitzung H2-Gas. Die Leukozyten- und Thrombozytenwerte waren in der H2-Gruppe merklich weniger reduziert als in der Kontrollgruppe (s. rechte untere Grafik). (Hirano, 2021)
Auch bei Lungenkrebspatienten besserten sich die Atemwegssymptome unter H2-Inhalation: 58 Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs inhalierten über fünf Monate täglich H2/O2-Gas. Die Symptome nahmen ab, und das progressionsfreie Überleben war in der H2-Gruppe länger. (Chen, 2020a)
Erste Hinweise aus weiteren Studien
Eine Beobachtungsstudie begleitete 82 Patienten mit fortgeschrittenem Krebs (Stadium III und IV, verschiedene Krebsarten) über 3 bis 46 Monate. Die Patienten inhalierten täglich mehrere Stunden ein H2/O2-Gasgemisch. Nach 4 Wochen berichteten sie über weniger Erschöpfung, besseren Schlaf, besseren Appetit und weniger Schmerzen. Bei 42 % der Patienten verbesserte sich der körperliche Zustand. Die Studie hatte allerdings keine Kontrollgruppe. (Chen, 2019)
Dass H2-Inhalation auch bei strahlenbedingtem Hörverlust helfen kann, zeigte eine prospektive Studie mit 17 Patienten nach Bestrahlung eines Nasopharynxkarzinoms: Nach vier Wochen H2-Inhalation verbesserten sich die Hörschwellen signifikant — der Effekt hielt auch nach 12 Wochen an. Die Studie war allerdings auch ohne Kontrollgruppe. (Kong, 2022)
Eine weitere Beobachtungsstudie untersuchte die Kombination von H2-Inhalation mit der Immuntherapie Nivolumab bei Lungenkrebs: 42 Patienten erhielten H2 zusätzlich zu Nivolumab, 14 Patienten nur Nivolumab. Das Gesamtüberleben war in der H2-Gruppe deutlich länger. Die Studie war allerdings nicht randomisiert und die Gruppen ungleich groß. (Akagi & Baba, 2020)
Leberwerte ALT und AST vor (hell) und nach (dunkel) Chemotherapie. In der Kontrollgruppe stiegen beide Werte signifikant an (*P=0,04; **P=0,032), in der H2-Gruppe nur leicht. Nach Yang et al., 2017
Nebenwirkungen der Bestrahlung bei Lebertumoren nach 6 Wochen — Wasserstoffgruppe (schwarz) vs. Placebo (grau), niedriger = besser. (A): Stärke der Beschwerden. (B): Symptombewertung: Erbrechen (vomiting), Appetitverlust (appetite loss), Durchfall (diarrhea), Geschmacksstörungen (tasting disorder). Appetitverlust und Geschmacksstörungen waren in der H2-Gruppe deutlich geringer (*). Kang et al., 2011
Schutz von Leukozyten und Thrombozyten unter Strahlentherapie. Bei Krebspatienten unter IMRT-Bestrahlung sanken die Blutwerte in der Kontrollgruppe deutlich ab; unter H2-Inhalation (6,5 %, 30 min/Tag) waren die Verluste signifikant geringer. Werte als Verhältnis nach/vor Bestrahlung. *P=0,0275; **P=0,0011. Nach Hirano et al., 2021
Eine Pilotstudie zur Machbarkeit und Sicherheit untersuchte die H2-Inhalation bei 10 Patienten mit fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs während ihrer Bestrahlung und Chemotherapie: Die Patienten inhalierten täglich 1 Stunde Wasserstoffgas vor der Bestrahlung. Die Behandlung war sicher und gut durchführbar — eine Wirksamkeitsbewertung war bei dieser kleinen Gruppe ohne Kontrollgruppe nicht vorgesehen. (Chitapanarux, 2024)
Dieselbe Forschungsgruppe (Chen JB/Xu KC, Fuda Cancer Hospital) untersuchte in einer weiteren selbstkontrollierten Studie, wie sich zwei Wochen H2/O2-Inhalation auf die Immunzellen von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) auswirken: Die T-Zell-Erschöpfung nahm ab, natürliche Killerzellen (NK-Zellen) wurden aktiviert, und alle gemessenen Lymphozytenuntergruppen kehrten in den Normalbereich zurück. Die Studie hatte allerdings keine Kontrollgruppe. (Chen, 2020b)
Verlauf von Entzündungs-Markern und klinischen Scores während 25 Tagen Strahlen-Chemo-Therapie bei Gebärmutterhalskrebs. (A) CRP (C-reaktives Protein), (B) NLR (Neutrophilen-zu-Lymphozyten-Verhältnis), (C) PLR (Thrombozyten-zu-Lymphozyten-Verhältnis), (D) IL-6 (Interleukin-6), (E) PG-SGA (Ernährungs- und Allgemeinzustand), (F) LENT-SOMA (Strahlen-Spätfolgen-Score). H2-Gruppe (orange, n=28) zeigt durchgehend niedrigere Werte als die Kontrollgruppe (grün, n=30); nur PLR (C) ohne signifikanten Unterschied. *P<0,05; **P<0,01; ***P<0,001; ****P<0,0001. Liu et al., 2025.
Weiterführende Informationen zur Wasserstoff-Therapie
Verwandte Themen:
Übersicht: Alle Anwendungsbereiche der Wasserstoff-Therapie | Wissenschaftliche Studien
Wasserstoff-Inhalation zu Hause: Pulmovolta Highdrogen® H2K 3000 Wasserstoff-Inhalator





