Übergewicht und Adipositas gehen mit chronisch erhöhtem oxidativem Stress im Fettgewebe einher — ein Teufelskreis, der Entzündungen fördert und den Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringt. 4 Studien haben bisher untersucht, ob molekularer Wasserstoff bei Übergewicht helfen kann.
Ergebnisse aus Humanstudien
Bei Adipositas untersuchte eine aktuelle doppelblinde RCT die Wirkung von wasserstoffreichem Wasser: 36 Teilnehmer (BMI ~31) tranken über acht Wochen täglich 1 Liter H2-Wasser mit besonders hohem H2-Gehalt (15 mg). In der H2-Gruppe sank der Heißhunger signifikant, das Sättigungshormon GLP-1 stieg an, Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin gingen zurück, und die Schlafqualität verbesserte sich. Gewicht und BMI veränderten sich allerdings nicht signifikant — mit Ausnahme der männlichen Teilnehmer, die im Schnitt 2 kg abnahmen. (Todorovic, 2025)
Einen möglichen Mechanismus liefert eine doppelblinde Crossover-Studie: 20 gesunde Frauen inhalierten in Ruhe über 60 Minuten Wasserstoff über eine Nasenkanüle (300 ml/min). Der respiratorische Quotient — ein Maß dafür, ob der Körper bevorzugt Fett oder Kohlenhydrate verbrennt — sank in der H2-Gruppe signifikant, was auf eine erhöhte Fettverbrennung in Ruhe hinweist. Besonders bemerkenswert: Der Effekt war umso stärker, je höher der Körperfettanteil der Probandinnen war. Die Studie wurde allerdings an jungen, sportlich aktiven Frauen durchgeführt. (Grepl, 2025)
In eine ähnliche Richtung wies bereits eine doppelblinde Crossover-Pilotstudie mit 10 übergewichtigen Frauen mittleren Alters, die 4 Wochen täglich wasserstoffgenerierende Mineral-Kapseln einnahmen: Körperfett, Insulinsensitivität und Stoffwechsel verbesserten sich deutlich. Gewicht, BMI und Körperumfänge zeigten hingegen keine signifikanten Unterschiede. (Korovljev, 2018)
Ein weiteres Pilot-RCT untersuchte den Einfluss von wasserstoffreichem Wasser auf kurzkettige Fettsäuren im Stuhl übergewichtiger Erwachsener: Nach 12 Wochen mit täglich wasserstoffreichem Wasser stieg die Propionsäure — eine von Darmbakterien produzierte kurzkettige Fettsäure mit stoffwechselregulierenden Eigenschaften — in der H2-Gruppe signifikant an. Die Autoren sehen darin einen möglichen Mechanismus, über den Wasserstoff metabolische Dysregulierung bei Übergewicht beeinflusst. (Korovljev, 2023)
20 gesunde Frauen in Ruhe: H2-Inhalation (●) vs. Placebo (○, gestrichelt) über 60 Minuten. Obere Reihe: HR (Herzfrequenz), BF (Atemfrequenz), VE (Atemminutenvolumen), VO2 (Sauerstoffaufnahme). Untere Reihe: VCO2 (CO2-Abgabe), RER (respiratorischer Quotient), FATox (Fettverbrennung), EE (Energieverbrauch). Unter Wasserstoff sanken RER, VCO2 und VE signifikant (*) — die Fettverbrennung (FATox) stieg entsprechend an. Herzfrequenz, Atemfrequenz, Sauerstoffaufnahme und Energieverbrauch änderten sich nicht wesentlich. Grepl et al., 2025


