Rhinitis, eine Entzündung der Nasenschleimhaut, ist als allergische Rhinitis im Volksmund als Heuschnupfen bekannt. Sind auch die Nebenhöhlen betroffen, spricht man von Rhinosinusitis. Beide gehören zu den häufigsten Erkrankungen der oberen Atemwege. In der gereizten Nasenschleimhaut entsteht ein Übermaß an freien Radikalen, die die Schleimhautbarriere schädigen, Schwellungen verstärken und die typischen Beschwerden wie verstopfte Nase, Niesreiz und Fließschnupfen aufrechterhalten.
Die Nasenschleimhaut ist für Wasserstoff besonders gut erreichbar: Sowohl über wasserstoffangereicherte Nasenspülungen als auch über die direkte Inhalation gelangt H2 unmittelbar an die entzündete Schleimhaut — ohne den Umweg über den Blutkreislauf. Die bisherigen klinischen Studien nutzen beide Wege:
Ergebnisse aus Humanstudien
Die bislang größte Studie untersuchte chronische Rhinitis: In einer doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studie spülten 120 Patienten über 4 Wochen zweimal täglich ihre Nase mit je 100 ml wasserstoffangereicherter (1,2 ppm) oder normaler Kochsalzlösung. In beiden Gruppen besserten sich die Symptome deutlich: Niesen, Nasenverstopfung und die Immunzellwerte im Blut gingen gleichermaßen zurück — Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind bereits eine wirksame Basistherapie bei chronischer Rhinitis. Die H2-Spülung brachte darüber hinaus zusätzliche Vorteile: Der Gesamt-Symptomscore (TNSS) und ein Entzündungsmarker der Nasenschleimhaut (ECP) gingen noch stärker zurück, ebenso Nasenjucken. Innerhalb der H2-Gruppe stachen Patienten mit allergischer Rhinitis besonders hervor — sie profitierten in nahezu allen Symptomen zusätzlich von der Wasserstoffspülung. (Jin, 2022)
Eine weitere doppelblinde RCT untersuchte 64 Patienten mit chronischer Rhinosinusitis, die sich einer Nasennebenhöhlen-Operation unterzogen hatten. Nach dem Eingriff spülten sie über 12 Wochen zweimal täglich mit 100 ml H2-Kochsalzlösung oder normaler Kochsalzlösung. Die subjektiven Beschwerden (VAS) und die endoskopischen Befunde verbesserten sich in der H2-Gruppe deutlich stärker. Besonders beeindruckend: Die Schleimhautheilung war mit durchschnittlich 6,6 Wochen gegenüber 10,0 Wochen in der Kontrollgruppe wesentlich schneller, und 64,5 % der H2-Patienten erreichten vollständige Beschwerdefreiheit (Kontrollgruppe: 36,7 %). Auch bei Kopf- und Gesichtsschmerzen zeigte sich ein positiver Trend in der H2-Gruppe, der Unterschied war allerdings nicht groß genug, um als gesichert zu gelten. (Jin, 2024)
Neben der Nasenspülung wurde auch die H2-Inhalation untersucht: 30 Patienten mit allergischer Rhinitis inhalierten über 4 Wochen täglich 3 Stunden ein H2/O2-Gasgemisch. Die Symptomscores und die Entzündungsmarker im Blut — darunter Eosinophile und IgE — gingen deutlich zurück und auch die Nasenflora normalisierte sich. Die subjektive Lebensqualität der Patienten verbesserte sich allerdings nicht signifikant, und rund ein Drittel der Patienten sprach kaum auf die Therapie an. Die Autoren empfehlen größere Studien mit Kontrollgruppe. (Wang, 2024)
Epithelialisierungszeit nach Nasennebenhöhlen-OP mit chronischer Rhinosinusitis. Die Schleimhaut heilte in der Wasserstoff-Gruppe (HRS) fast doppelt so schnell. Jin et al., 2024
30 Patienten mit allergischer Rhinitis vor (rot) und nach (blau) 4 Wochen H2-Inhalation. Symptomscores (VAS, TNSS) und Entzündungsmarker (Eosinophile, IgE) gingen deutlich zurück. Die Lebensqualität (RQLQ) zeigte keinen wesentlichen Unterschied. Wang et al., 2024
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